Status-Bias im Peer-Review

In der aktuellen Forschung & Lehre ist ein Beitrag mit dem Titel Status-Bias im Peer-Review-Verfahren, den ich sehr interessant fand. Der Beitrag beginnt mit folgenden Worten:

Forschungsarbeiten von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern werden trotz gleicher Qualität im Peer-Review-Verfahren deutlich besser bewertet als Arbeiten weniger bekannter Forschender. Zu diesem Ergebnis kommt ein Wissenschaftlerteam um Professor Jürgen Huber von der Universität Innsbruck in einer aktuellen Studie.

Es wurde ein wissenschaftlicher Artikel bei einer Zeitschrift eingereicht. Dieser Artikel wurde von zwei Autoren verfasst: einem Nobelpreisträger und einem Doktoranden (beide forschen an derselben Universität in den USA). Dieser Artikel wurde dann von 534 Gutachter:innen bewertet (der Herausgeber der Fachzeitschrift war Mitglied im Forschungsteam, weswegen soviele Gutachter:innen gefragt werden konnten – eine interessante Nebenbeobachtung hierbei ist, dass insgesamt erstmal über 3.300 Wissenschaftler:innen für die Begutachtung gefragt wurden, von denen also gerade mal ein Sechstel eingewilligt hat zu begutachten). Es wurde aber nicht allen Gutachter:innen dieselbe Information über die Autoren mitgeteilt:

  • Die erste Gruppe erhielt keinerlei Informationen zu den Autoren. Von diesen Gutachter:innen haben 48 Prozent empfohlen, den Fachartikel nicht zu publizieren.
  • Eine andere Gruppe an Gutachter:innen erfuhr, dass einer der Autoren der Nobelpreisträger war. Von ihnen empfahlen nur rund 23 Prozent eine sofortige Ablehnung des Artikels.
  • In der dritten Gruppe, die erfuhr, dass einer der Autoren der Doktorand war, lag dieser Anteil hingegen bei über 65 Prozent.

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